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Die Tatsache, dass es bei vielen Diabetikern zu einem unfreiwilligen Urinverlust komm, kann mehrere Ursachen haben. Verschiedene Medikamente, die häufig von Diabetikern eingenommen werden, wie z. B. ACE-Hemmer oder Betablocker, können eine Blasenschwäche begünstigen. Deshalb sollte der Arzt immer auch über die Medikamenteinnahme informiert sein, wenn er nach der Ursache der Harninkontinenz sucht. Meistens ist jedoch eine durch den Diabetes hervorgerufene Nerverstörung (Polyneuropathie) die Ursache für die Inkontinenz. Die Polyneuropathie kann eine Störung der normalen Reflexe der Blasenwandmuskulatur, deren Zusammenziehen zur Blasenentleerung führt, bewirken. Durch diese Störungen wird der Harndrang häufig nicht mehr registriert. Die Blase wird voller und voller, bis es dann zu einem plötzlichen "Überlaufen" kommt, also ungewollt Urin abgeht. Als "Überlaufblase" bezeichnen Fachleute diese Form der Inkontinenz. Die Behandlung einer solchen Überlaufblase ist recht schwierig. Der erste Schritt sollte immer ein Toilettentraining sein. Dabei versucht man, durch regelmäßige Toilettengänge, z. B. in Zwei-Stunden-Intervallen, die Blase vor Einsetzen des Harndrangs rechtzeitig zu entleeren. Oft reicht eine solche Maßnahme leider nicht aus, um eine befriedigende Blasenentleerung und Kontinenz zu erreichen. Dann ist der so genannte "intermittierende Katheterismus" das derzeit beste Verfahren zur Behandlung der Blasenentleerungsstörung. Bei dieser Maßnahme entleeren die Patienten die Blase durch einen Einmalkatheter in Intervallen von drei bis vier Stunden. |
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