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 Typ-1 und weitere Autoimmunkrankheiten

Typ-1 und weitere Autoimmunkrankheiten 1002 Wörter
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Es ist gar nicht selten, dass bei Typ-1-Diabetikern zusätzlich zu ihrer Erkrankung weitere Hormondrüsen erkrankt sind und dies oft erst nach Umwegen erkannt wird. Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich in den meisten Fällen um eine „Autoimmunerkrankung“, eine Erkrankung, bei der unser eigenes Abwehrsystem, das normalerweise vor allem Bakterien und Viren abwehrt, unsere eigenen insulinherstellenden Zellen zerstört. Ähnliche „Abwehrvorgänge“ findet man bei den Patienten gelegentlich auch in der Schilddrüse, der Nebenniere, der Nebenschilddrüse, am Darm und sogar im Rahmen einer besonderen Blutarmut: der perniziösen Anämie. Die Erkrankung dieser Drüsen führt bei Typ-1-Diabetikern häufig zu einer völligen Entgleisung der diabetischen Stoffwechsellage. Das Zusammentreffen verschiedener Autoimmunerkrankungen fasst man als „polyglanduläres Autoimmunsyndrom“ (PGA-Syndrom) zusammen. Man spricht dann von einem Syndrom, wenn mindestens zwei der genannten Erkrankungen zusammentreffen.

 

Diabetes und Schilddrüse
Am häufigsten findet man das gemeinsame Auftreten von Typ-1-Diabetes und Störungen der Schilddrüse, wobei heute geschätzt wird, dass etwa jeder vierte Typ-1-Diabetiker (25 Prozent) in seinem Blut Antikörper gegen Schilddrüsengewebe hat. Bei etwa 5 Prozent dieser Betroffenen entwickelt sich eine „autoimmune Schilddrüseneerkrankung“, die mit den Zeichen der Überfunktion einhergehen kann – aber auch mit Zeichen einer Unterfunktion der Schilddrüse.

 

Zeichen der Überfunktion der Schilddrüse sind häufig:
·Nervosität
·Durchfall
·Gewichtsabnahme
·und eine Wärmeunverträglichkeit

 

Zeichen der Unterfunktion einer Schilddrüse eher:
·Gewichtszunahme
·Müdigkeit
·Verstopfung und
·Kälteempfindlichkeit
·gelegentlich auch trockene Haut

 

Diabetes und Nebenniere
Treten Typ-1-Diabetes und eine „autoimmunbedingte Nebennierenunterfunktion“ gemeinsam auf, so spricht man auch von einem Morbus Addison. Diese Erkrankung tritt bevorzugt beim weiblichen Geschlecht auf und hat deshalb eine besondere Bedeutung, da in der Nebenniere mehr als 40 Hormone produziert werden, die wichtige Funktionen in unserem Körper haben. Viele von Ihnen haben wahrscheinlich schon einmal von dem Hormon Cortison gehört, das entzündungshemmend wirkt und auch bei der Umwandlung von Eiweiß zu Zucker in der Leber eine entscheidende Rolle spielt. Cortison treibt den Blutzucker in die Höhe. Weitere Hormone, die betroffen sein können, steuern den Wasser- und Salzhaushalt, männliche Hormone das Wachstum und die Geschlechtsentwicklung sowohl beim Mann als auch bei der Frau.

Der Mangel an Nebennierenrindenhormonen kann zu folgenden Beschwerden führen:
·Gewichtsverlust
·allgemeine Schwäche und rasche Ermüdbarkeit
·vermehrte Dunkelverfärbung der Haut, besonders an den „Handlinien“ und den Ellenbeugen
·häufig niedriger Blutdruck und
·Neigung zu Schwindel
·gelegentlich Erbrechen,
·Durchfall und
·Bauchschmerzen sowie
·Neigung zu Unterzuckerungen und Depressionen.

 

Diabetes und Nebenschilddrüse
Neben dem Typ-1-Diabetes findet sich auch relativ häufig eine zusätzliche Unterfunktion der Nebenschilddrüse mit einem Mangel an Parathormon. Dies kann zu Störungen des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels mit Veränderungen an Haut, Haare und Nägeln sowie zu Veränderungen der Psyche führen. Aber auch Missempfindungen, gelegentlich auch schmerzhafte Krämpfe in Armen und Beinen bis hin zu einer „Tetanie“ können auftreten.

 

Typ-1-Diabetes und Zöliakie (einheimische Sprue)
Patienten mit einer einheimischen Sprue oder Zöliakie fallen auf durch eine Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungseiweißen („Gluten“ genannt), die sich vor allem in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer finden und zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut mit verminderter Aufnahme von wichtigen Nährstoffen führen.

 

Perniziöse Anämie
Diese Form der Blutarmut geht zurück auf eine Zerstörung bestimmter Zellen der Magenschleimhaut, wodurch Vitamin B12, das für die Blutbildung notwenig ist, nicht mehr vom Körper aufgenommen werden kann.

 

Das Fazit
Zusammenfassend muss man sagen, dass Typ-1-Diabetiker häufiger als andere Menschen mit den oben angeführten Autoimmunerkrankungen rechnen müssen. Da diese ihre möglicherweise optimale Blutzuckereinstellung komplett durcheinander bringen und auch weitere schwerwiegende Folgen resultieren können, suchen Sie bitte bei entsprechenden Beschwerden Ihren Hausarzt auf, der evtl. in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten (Endokrinologen oder Kinderarzt) die richtige Diagnose stellen und eine Therapie einleiten kann.

 

Quelle: Chefarzt Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl, Internist-Angiologie-Sportmedizin, „Diabetologe DDG“, Diabetes-Zentrum „Fürstenhof“, Bismarckstr. 6, 97688 Bad Kissingen

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